Verkehr(t) in Schorndorf

21. Februar 2019 12:07 Uhr von Gemeinderat

Wer zurzeit als Autofahrer in Schorndorf unterwegs ist, muss sich an viel Neues gewöhnen, und einiges davon wird als Zumutung empfunden. Radwege-Baustellen für die Gartenschau in der Stuttgarter und der Bauknechtstraße, Tempo 30 (Lärmschutz) auf scheinbar willkürlich gewählten, relativ kurzen Abschnitten, Teilsperrung einer Abzweigung und Umleitung über einen vielbefahrenen Kreisel, Wegfall von Innenstadt-Parkplätzen wegen der Gartenschau, mehr Verkehr durch neue, verdichtete Wohnbaugebiete, usw. All dies hat der Gemeinderat beschlossen, z.T. gegen den Widerstand unserer Faktion. Leider konnten wir nicht für alle unserer Anliegen eine Mehrheit bekommen. Für den (Auto fahrenden) Bürger sind manche dieser Entscheidungen nicht immer nachvollziehbar, werden oft als Gängelung wahrgenommen.

Die Aufgabe der Verwaltung ist es, optimalen Verkehrsfluss für alle Verkehrsträger sicherzustellen. Zum Beispiel müssen große Baustellen sorgfältiger geplant werden, damit nicht noch einmal zwei Hauptstrecken stadtauswärts gleichzeitig blockiert sind.

Nach der Gartenschau muss der Untere Marktplatz unmittelbar wieder als Kurzzeitparkplatz für die Innenstadt zur Verfügung stehen. Bevor über Umgestaltung und ggf. Wegfall von Parkplätzen überhaupt nachgedacht werden kann, müssen ausreichend innenstadtnahe Ersatzparkplätze (z.B. Rosenstraße oder Parkhaus nördlich der Bahnlinie) geschaffen sein.

Die CDU-Fraktion wird im neuen Gemeinderat darauf drängen, die Tempobegrenzungen im Rahmen des Lärmaktionsplanes kritisch zu hinterfragen. Die Maßnahmen des Lärmaktionsplanes wurden ausschließlich aufgrund von hochgerechneten Lärmwerten auf Basis bestehender Verkehrsströme vorgenommen. Messungen haben weder vor noch nach Umsetzung der Beschilderung stattgefunden. Für mich persönlich zeigen sich hier erstaunlich viele Parallelen zur aktuellen Schadstoffdiskussion beim Diesel, wo mit wenigen Messungen, nicht nachvollziehbaren Grenzwerten, vielen Annahmen und Hochrechnungen sowie einer gehörigen Portion Ideologie scheinbare Fakten geschaffen werden, die in der Lage sind, einen blühenden Wirtschaftsstandort ins Wanken zu bringen.

Bei der Planung neuer, z.T. stark verdichteter Wohnbaugebiete, die bewusst auch Wohnen und wohnortnahes Arbeiten verbinden sollten, muss die Verkehrs- und Parksituation mit bedacht werden. Das Auto als Statussymbol wird zukünftig sicherlich nicht mehr die Bedeutung haben wie bisher, aber für zahlreiche Berufspendler und für unsere älter, aber auch mobiler werdende Gesellschaft wird das Auto noch für lange Zeit des Verkehrsmittel Nr. 1 sein. Wegdiskutieren oder gar –definieren darf man das Auto jedenfalls nicht!

Wie ist Ihre Meinung zu diesem Thema? Bei Fragen oder Anregungen rufen Sie mich an unter 0172/5243201 oder schreiben Sie mir unter matthias.haerer@schorndorf.de

Matthias Härer

 

 

Zurück