Fokuskonzept Mobilität – viel Blabla statt echte Wirkung

19. April 2026 18:27 Uhr von CDU Schorndorf

Fokuskonzept Mobilität ist eine Enttäuschung

Die CDU-Fraktion im Schorndorfer Gemeinderat übt scharfe Kritik am vorgelegten „Fokuskonzept Mobilität“. Stadtrat Ingo Sombrutzki brachte es in der jüngsten Sitzung auf den Punkt: „Beeindruckend viel Text – aber am Ende fehlt die entscheidende Wirkung.“ Das Konzept umfasst über 130 Seiten, zahlreiche Grafiken und Analysen – doch aus Sicht der CDU bleibt es in den zentralen Fragen erstaunlich vage. „Das ist kein Fokuskonzept, das ist für uns ein Scheinkonzept“, konstatiert Sombrutzki.

Probleme benannt – ohne echte Lösungen

Dabei zeigt das Konzept selbst sehr deutlich, wo der Handlungsbedarf liegt: Beim fließenden Verkehr. Über 60 Prozent der befragten Bürgerinnen und Bürger in Schorndorf bewerten die Situation hier als schlecht oder sehr schlecht. Gleichzeitig nutzen rund 90 Prozent das Auto regelmäßig. „Klarer kann ein Handlungsauftrag eigentlich nicht sein“, so die CDU. „Doch was folgt daraus? Gerade einmal drei Maßnahmen.“ Besonders kritisch sieht die Fraktion, dass zwei dieser Maßnahmen kaum konkrete Wirkung entfalten dürften. „Das sind Globuli für den Verkehr: kosten Geld, fühlen sich gut an – bringen aber nichts“, so Sombrutzki.

Die Probleme für den fließenden Verkehr sind seit Jahren bekannt und werden auch im Bericht selbst bestätigt: Eine hohe Belastung der Benzstraße, Staus am Augustenplatz und Reinhold-Meier-Platz und Spitzenbelastungen auf der Welzheimer Straße mit regelmäßig über 1.000 Fahrzeuge pro Stunde. Trotz dieser klaren Befunde fehle eine echte Strategie. „Man beschreibt den Stau – und empfiehlt dann, dass er vielleicht irgendwann weniger wird“, kritisiert die CDU. „Das ist, als würde man bei Regen feststellen: Es ist nass – und als Lösung vorschlagen: Wir sollten trockener werden.“

Auch bei Rad-, Fußverkehr und ÖPNV wenig Substanz

Grundsätzlich unterstützt die CDU die Förderung von Rad- und Fußverkehr. Doch auch hier bleibe das Konzept hinter den Erwartungen zurück. „Ein neues Radverkehrskonzept vorzuschlagen, ist keine Maßnahme, sondern eine Vertagung“, so die Kritik. Für den Fußverkehr beschränke sich das Konzept auf Einzelmaßnahmen wie Gehwegnasen oder die Überarbeitung von Schulwegplänen, also auch hier keine Substanz. Beim ÖPNV sei die zentrale Empfehlung ganz pauschal, die Preise zu senken und das Angebot auszubauen. „Das liegt auf der Hand – aber dafür braucht es kein 130-seitiges Gutachten“, findet Stadtrat Sombrutzki.

Grundsätzlich stellt die CDU klar: Eine moderne Verkehrspolitik müsse alle Verkehrsträger berücksichtigen – aber realistisch bleiben. „Zu glauben, man könne den motorisierten Individualverkehr einfach wegmoderieren, ist gerade in einer älter werdenden Gesellschaft unrealistisch“, betont die Fraktion. Mobilität sei mehr als Statistik und CO₂-Bilanzen: „Mobilität bedeutet auch Freiheit und Unabhängigkeit – und die muss funktionieren.“

Klare Konsequenz: Zustimmung verweigert – konkrete Nachbesserungen gefordert

In der vorliegenden dürftigen Fassung konnte die CDU-Fraktion dem Konzept entsprechend nicht zustimmen. „Hier wurden aus unserer Sicht rund 109.000 Euro an öffentlichen Mitteln ausgegeben – ohne den erkennbaren Gegenwert für die zentralen verkehrlichen Probleme unserer Stadt“, so das Fazit Ingo Sombrutzkis. Die CDU-Fraktion fordert daher, auf Basis der vorliegenden Analyse gezielt nachzuarbeiten – mit einem klaren Fokus auf wirksame Maßnahmen für den fließenden Verkehr in Schorndorf, insbesondere für eine Lenkung und Verlagerung von Durchgangsverkehren, eine Entlastung der bekannten Engstellen sowie für den langfristigen Aufbau eines funktionierenden Innenstadtrings. „Nur wenn der Verkehr fließt, kann man ihn sinnvoll steuern – und nur dann profitieren auch ÖPNV und Radverkehr“, so die Haltung der CDU.

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